Radon-Messprogramme in NRW
Die Erkenntnisse aus den Innenraumluft- und Bodenluft-Messprogrammen werden bei der Erstellung bundesweiter Radonkarten durch das Bundesamt für Strahlenschutz berücksichtigt. Somit leisten die Messungen einen wichtigen Beitrag für die Beurteilung der Radonsituation in Nordrhein-Westfalen und in Deutschland.
Teilnehmerinnen und Teilnehmer gesucht
Radon@work – Studie zu Radon am Arbeitsplatz
Für eine aktuelle Studie zur Radonkonzentration an Arbeitsplätzen sucht das Bundesamt für Strahlenschutz noch Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die Radonkonzentration soll an insgesamt etwa 2.000 Arbeitsplätzen über die Dauer von einem Jahr gemessen werden. Ziel der Studie ist eine Übersicht über die durchschnittliche Konzentration von Radon an Arbeitsplätzen in Deutschland.
Teilnehmen können Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, für die keine gesetzliche Radon-Messpflicht besteht und die Arbeitsplätze in Keller- oder Erdgeschossen haben. Die Teilnahme an der Studie ist kostenlos. Die Anmeldung erfolgt beim Bundesamt für Strahlenschutz. Hier erhalten Sie auch weitere Informationen zum Ablauf.
Abgeschlossene Messprogramme
Von 2024 bis 2025 hat die Zentrale Radonstelle NRW am Landesamt für Gesundheit und Arbeitsschutz NRW (LfGA) im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW (MAGS) eine Radon-Messkampagne in Monschau, Nideggen, Stolberg, Hürtgenwald, Langerwehe, Roetgen und Simmerath durchgeführt.
Radon ist ein natürlich vorkommendes radioaktives Edelgas, das in hoher Konzentration in der Luft in Innenräumen bei einer sehr langjährigen Exposition die Wahrscheinlichkeit erhöht, an Lungenkrebs zu erkranken. Daher hat der Gesetzgeber im Strahlenschutzgesetz einen Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter Innenraumluft festgelegt, der nach Möglichkeit langfristig unterschritten werden sollte.
Ziel war es, mehr valide Erkenntnisse über die Radon-Situation in der Region zu gewinnen und die Bevölkerung für die potenzielle Gesundheitsgefährdung zu sensibilisieren. Viele Bürgerinnen und Bürger haben das Angebot einer kostenlosen Radon-Messung angenommen und für zwölf Monate zwei Messgeräte in der Wohnung aufgestellt. Der nun veröffentlichte Abschlussbericht der Zentralen Radonstelle NRW beschreibt den Ablauf der Messkampagne und fasst die Messergebnisse aus 1.550 Wohnhäusern, 36 Schulen und 37 Kindergärten zusammen.
Bereits seit längerem ist bekannt, dass in der Region aufgrund der geologischen Gegebenheiten das Auftreten von überdurchschnittlich hohen Radonkonzentrationen in Innenräumen zu erwarten ist. Die nun mit dem Abschlussbericht vorliegende statistische Auswertung der Innenraummesskampagne zeigt jedoch erfreulicherweise anders als vermutet, dass mit vier Prozent ein relativ geringer Anteil aller untersuchten Gebäude den gesetzlichen Referenzwert für Radon überschreitet. Das ist nur wenig mehr als der bundesweite Mittelwert, der bei drei Prozent liegt. Allerdings werden bei detaillierter Betrachtung beträchtliche Unterschiede zwischen den Kommunen deutlich, was vermutlich auf das örtliche Vorkommen unterschiedlicher Gesteine und Böden zurückzuführen ist. Der Anteil der Referenzwertüberschreitungen bewegt sich – je nach Kommune – in einem Korridor von einem bis zu 16 Prozent. Damit bestätigten die Ergebnisse, dass an einigen Stellen Handlungsbedarf im Radonschutz besteht.
Dank der Unterstützung durch die Kommunen konnten ergänzend umfangreiche Radonmessungen in Schulen und Kindergärten durchgeführt werden. Ein positives Ergebnis ist, dass in den untersuchten Einrichtungen insgesamt nur sehr vereinzelt Maßnahmen zum Schutz vor Radon erforderlich sind. Diese Maßnahmen sind durch die Kommunen bereits eingeleitet und teilweise durch Fachfirmen schon umgesetzt worden. Durch das vorbildliche Vorgehen vor Ort ist der Schutz vor langfristigen Gefährdungen der Gesundheit durch Radon in den Einrichtungen somit sichergestellt.
Die Unterrichtung der Bevölkerung über Ursache, Risiko und Maßnahmen ist aus Sicht des MAGS die wesentliche Voraussetzung für den Schutz vor der potenziellen Gefährdung durch Radon. Das MAGS dankt den Kommunen für die Unterstützung dieses Ansinnens. Auf den Webseiten der Kommunen und in einigen Presseartikeln wurde die Messkampagne beworben. So konnte zeitweise die Aufmerksamkeit der Bürgerinnen und Bürgern auf das ansonsten wenig beachtete Thema Radonschutz gelenkt werden. Die Messkampagne hat gezeigt, dass einer Gesundheitsgefährdung durch Radon in den meisten Fällen mit einfachen Mitteln wie beispielsweise regelmäßigem Lüften oder dem Abdichten von Kellertüren begegnet werden kann.
Bürgerinnen und Bürger, die in ihren Wohnungen kostenlos eine Messung durchführen möchten, können dies unverändert tun und sich dafür an die Zentrale Radonstelle NRW wenden.
Im Zuge des Grubenwasseranstiegs gab es Anfragen zu einer möglichen Radonbelastung im Bereich des Ibbenbürener Steinkohlenreviers. Zur Aufklärung der Situation hatte das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie (MWIKE NRW) vorsorgliche Radonmessungen in Mettingen angestoßen. Ab Oktober 2024 wurden in zehn Häusern der Nordschachtsiedlung sowie zwei weiteren Häusern aus Mettingen Messungen der Radonkonzentration durchgeführt. Der beigefügte Abschlussbericht der Zentralen Radonstelle NRW fasst die Messergebnisse zusammen. Die Kurzzeitmessungen ergaben für zwei Häuser erhöhte Radonkonzentrationen, die mit Hilfe baulicher Maßnahmen deutlich gesenkt werden konnten. Die Langzeitmessungen zeigen, dass die Radonkonzentrationen in allen Wohnräumen, in denen gemessen wurde, unauffällig sind, das heißt weit unterhalb des gesetzlichen Referenzwertes von 300 Becquerel pro Kubikmeter liegen. Weitere Maßnahmen bezüglich Radonschutz sind hier nicht zu veranlassen.
Grafik: Die Karte zeigt die 1.442 Gebäude in Arnsberg, Balve und Sundern, in denen die Radonaktivitätskonzentration in Innenräumen im Rahmen des Messprogramms bestimmt wurde
Im Frühjahr 2021 startete die Zentrale Radonstelle NRW im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales Nordrhein-Westfalen ein Radonmessprogramm für die Städte Arnsberg, Balve und Sundern. Eine Prognose des Bundesamts für Strahlenschutz hatte zuvor ergeben, dass hier erhöhte Radonaktivitätskonzentrationen in einer überdurchschnittlich hohen Anzahl von Gebäuden auftreten könnten.
Mehr als 1.300 Privathaushalte sowie 49 Schulen und Kindergärten aus den drei Städten haben bis zum Ende des Jahres 2022 eine kostenlose, zwölfmonatige Radonmessung durchgeführt. Für die meisten der Teilnehmenden gibt es nach der langen Messzeit Entwarnung: Sie sind nicht von hohen Radonwerten betroffen. In einem kleineren Anteil der Wohngebäude ergab die Untersuchung eine Überschreitung des gesetzlichen Referenzwertes von 300 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse finden Sie hier.
Grafik: Die Karte zeigt die Messpunkten aus dem ersten Messprogramm Bodenluft (2019-2020) und dem zweiten Messprogramm (2021-2022).
Das zweite landesweite Messprogramm zur Bestimmung der Aktivitätskonzentration von Radon in der Bodenluft wurde in den Jahren 2021-2022 durchgeführt. Der Geologische Dienst Nordrhein-Westfalen war mit der Planung, Umsetzung und Auswertung beauftragt.
Als Grundlage für die Auswahl der 400 neuen Messorte dienten die Ergebnisse aus dem ersten Messprogramm Bodenluft (2019-2020). Dadurch konnten die vorhandene Datenbasis weiter validiert und die bisherigen Erkenntnisse zur regionalen Radonverteilung in Nordrhein-Westfalen vertieft werden.
Wieviel Radon in der Bodenluft verfügbar ist, hängt stark von den Eigenschaften der Gesteine im Boden ab. In Nordrhein-Westfalen wurden die höchsten Radonaktivitätskonzentrationen insbesondere an Orten gemessen, wo bestimmte Kalk- und Tonsteine vorkommen. Um einen ursächlichen Zusammenhang festzustellen, wurden 102 Gesteinsproben aus Nordrhein-Westfalen genauer untersucht. Dabei wurden der Urangehalt bestimmt sowie mineralogische und geochemische Untersuchungen durchgeführt. Die Messungen erfolgten in Kooperation des Geologischen Dienstes Nordrhein-Westfalen mit dem Landesinstitut für Arbeitsschutz und Arbeitsgestaltung Nordrhein-Westfalen. Für mehrere Gesteine zeigt sich ein plausibler ursächlicher Zusammenhang zwischen erhöhten Radonaktivitätskonzentrationen in der Bodenluft und einem überdurchschnittlichen Urangehalt.
Die Ergebnisse des Bodenluft-Messprogramms helfen bei der Bewertung der Radonsituation in Nordrhein-Westfalen.
Grafik: Die Karte zeigt die 302 Messorte des Messprogramms Bodenluft in Nordrhein-Westfalen in den Jahren 2019-2020 sowie Bestandsdaten aus früheren Messungen.
Im Jahr 2019 wurde das erste landesweite Messprogramm zur Bestimmung der Aktivitätskonzentration von Radon in der Bodenluft gestartet. Durch ein engeres Netz von Messstellen in Nordrhein-Westfalen sollte eine valide Datenbasis zum Vorkommen von Radon in der Bodenluft geschaffen werden. Mit den Messungen und der Auswertung wurde der Geologische Dienst Nordrhein-Westfalen beauftragt. Zu den bereits vorhandenen rund 600 Messungen aus früheren Untersuchungen des Bundes und einzelner Gemeinden wurden 302 geeignete und repräsentative Messorte neu hinzugefügt. Diese wurden gleichmäßig über die gesamte Landesfläche verteilt.
Das Messprogramm wurde 2020 abgeschlossen. Mit den neuen Messwerten ist es möglich, die vom Bundesamt für Strahlenschutz berechnete Verteilung von Radon in Nordrhein-Westfalen zu überprüfen und zukünftige Prognosen zu verbessern.
Grafik: Die Karte zeigt die 346 Orte in Nordrhein-Westfalen, an denen die Radonkonzentration in Innenräumen im Rahmen des Messprogramms bestimmt wurde.
Ein erstes Messprogramm zur Bestimmung der Radonaktivitätskonzentration in der Innenraumluft in Nordrhein-Westfalen wurde im Jahr 2019 gestartet. Es sollte einen Überblick über die Radonsituation in Nordrhein-Westfalen geben und dafür bereits vorhandene Messdaten des Bundes ergänzen. Mit der Durchführung des Messprogramms wurde die Zentrale Radonstelle NRW beauftragt. Für die Messungen wurden 317 öffentliche und 39 private Gebäude in insgesamt 245 Gemeinden stichprobenartig ausgewählt. Die Messorte waren über alle 53 Kreise und kreisfreien Städte des Bundeslandes verteilt. Die Radonaktivitätskonzentration wurde in der Regel in zwei Arbeits- oder Aufenthaltsräumen gemessen, vornehmlich im Keller- und Erdgeschoss. Die Messdauer betrug jeweils zwölf Monate. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse finden Sie hier.