Zwei Exposimeter, eine Messanleitung und ein Flyer mit Informationen zu Radon

Radon Messprogramme in NRW

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen hat Messprogramme zu Radon in der Bodenluft und in der Innenraumluft von Gebäuden in Auftrag gegeben. Ziel ist es, das Vorkommen von Radon in Nordrhein-Westfalen besser zu verstehen und mögliche Gebiete mit erhöhten Radonwerten eindeutig zu identifizieren.

Die Erkenntnisse aus den Innenraumluft- und Bodenluft-Messprogrammen werden bei der Erstellung bundesweiter Radonkarten durch das Bundesamt für Strahlenschutz berücksichtigt. Somit leisten die Messungen einen wichtigen Beitrag für die Beurteilung der Radonsituation in Nordrhein-Westfalen und in Deutschland.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer gesucht
Radon@work – Studie zu Radon am Arbeitsplatz

Ein Ausrufezeichen in einem Kreis

Für eine aktuelle Studie zur Radonkonzentration an Arbeitsplätzen sucht das Bundesamt für Strahlenschutz noch Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die Radonkonzentration soll an insgesamt etwa 2.000 Arbeitsplätzen über die Dauer von einem Jahr gemessen werden. Ziel der Studie ist eine Übersicht über die durchschnittliche Konzentration von Radon an Arbeitsplätzen in Deutschland.

Teilnehmen können Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, für die keine gesetzliche Radon-Messpflicht besteht und die Arbeitsplätze in Keller- oder Erdgeschossen haben. Die Teilnahme an der Studie ist kostenlos. Die Anmeldung erfolgt beim Bundesamt für Strahlenschutz. Hier erhalten Sie auch weitere Informationen zum Ablauf.

Aktuelle Messprogramme

Messprogramm Innenraumluft

Das Messprogramm Innenraumluft 2021-2022 wurde inzwischen erfolgreich abgeschlossen (siehe unten). Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die erst später mit ihrer Messung begonnen haben, können ihre Messgeräte trotzdem weiterhin zur Auswertung an die Zentrale Radonstelle NRW zurückschicken, sobald die vorgesehene Messzeit von einem Jahr erreicht wurde.

Abgeschlossene Messprogramme

Die Karte zeigt die 1.442 Gebäude in Arnsberg, Balve und Sundern, in denen die Radonaktivitätskonzentration in Innenräumen im Rahmen des Messprogramms bestimmt wurde.

Grafik: Die Karte zeigt die 1.442 Gebäude in Arnsberg, Balve und Sundern, in denen die Radonaktivitätskonzentration in Innenräumen im Rahmen des Messprogramms bestimmt wurde

Im Frühjahr 2021 startete die Zentrale Radonstelle NRW im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales Nordrhein-Westfalen ein Radonmessprogramm für die Städte Arnsberg, Balve und Sundern. Eine Prognose des Bundesamts für Strahlenschutz hatte zuvor ergeben, dass hier erhöhte Radonaktivitätskonzentrationen in einer überdurchschnittlich hohen Anzahl von Gebäuden auftreten könnten.

Mehr als 1.300 Privathaushalte sowie 49 Schulen und Kindergärten aus den drei Städten haben bis zum Ende des Jahres 2022 eine kostenlose, zwölfmonatige Radonmessung durchgeführt. Für die meisten der Teilnehmenden gibt es nach der langen Messzeit Entwarnung: Sie sind nicht von hohen Radonwerten betroffen. In einem kleineren Anteil der Wohngebäude ergab die Untersuchung eine Überschreitung des gesetzlichen Referenzwertes von 300 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse finden Sie hier.

Karte mit Radon Messpunkten aus dem Messprogramm Bodenluft (2019-2022)

Grafik: Die Karte zeigt die Messpunkten aus dem ersten Messprogramm Bodenluft (2019-2020) und dem zweiten Messprogramm (2021-2022).

Das zweite landesweite Messprogramm zur Bestimmung der Aktivitätskonzentration von Radon in der Bodenluft wurde in den Jahren 2021-2022 durchgeführt. Der Geologische Dienst Nordrhein-Westfalen war mit der Planung, Umsetzung und Auswertung beauftragt.

Als Grundlage für die Auswahl der 400 neuen Messorte dienten die Ergebnisse aus dem ersten Messprogramm Bodenluft (2019-2020). Dadurch konnten die vorhandene Datenbasis weiter validiert und die bisherigen Erkenntnisse zur regionalen Radonverteilung in Nordrhein-Westfalen vertieft werden.

Wieviel Radon in der Bodenluft verfügbar ist, hängt stark von den Eigenschaften der Gesteine im Boden ab. In Nordrhein-Westfalen wurden die höchsten Radonaktivitätskonzentrationen insbesondere an Orten gemessen, wo bestimmte Kalk- und Tonsteine vorkommen. Um einen ursächlichen Zusammenhang festzustellen, wurden 102 Gesteinsproben aus Nordrhein-Westfalen genauer untersucht. Dabei wurden der Urangehalt bestimmt sowie mineralogische und geochemische Untersuchungen durchgeführt. Die Messungen erfolgten in Kooperation des Geologischen Dienstes Nordrhein-Westfalen mit dem Landesinstitut für Arbeitsschutz und Arbeitsgestaltung Nordrhein-Westfalen. Für mehrere Gesteine zeigt sich ein plausibler ursächlicher Zusammenhang zwischen erhöhten Radonaktivitätskonzentrationen in der Bodenluft und einem überdurchschnittlichen Urangehalt.

Die Ergebnisse des Bodenluft-Messprogramms helfen bei der Bewertung der Radonsituation in Nordrhein-Westfalen.

Karte: Radonmessungen in Nordrhein-Westfalen in den Jahren 2019-2020

Grafik: Die Karte zeigt die 302 Messorte des Messprogramms Bodenluft in Nordrhein-Westfalen in den Jahren 2019-2020 sowie Bestandsdaten aus früheren Messungen.

Im Jahr 2019 wurde das erste landesweite Messprogramm zur Bestimmung der Aktivitätskonzentration von Radon in der Bodenluft gestartet. Durch ein engeres Netz von Messstellen in Nordrhein-Westfalen sollte eine valide Datenbasis zum Vorkommen von Radon in der Bodenluft geschaffen werden. Mit den Messungen und der Auswertung wurde der Geologische Dienst Nordrhein-Westfalen beauftragt. Zu den bereits vorhandenen rund 600 Messungen aus früheren Untersuchungen des Bundes und einzelner Gemeinden wurden 302 geeignete und repräsentative Messorte neu hinzugefügt. Diese wurden gleichmäßig über die gesamte Landesfläche verteilt.

Das Messprogramm wurde 2020 abgeschlossen. Mit den neuen Messwerten ist es möglich, die vom Bundesamt für Strahlenschutz berechnete Verteilung von Radon in Nordrhein-Westfalen zu überprüfen und zukünftige Prognosen zu verbessern.

Karte: Messungen der Radonaktivitätskonzentration in der Innenraumluft in Nordrhein-Westfalen 2019-2021

Grafik: Die Karte zeigt die 346 Orte in Nordrhein-Westfalen, an denen die Radonkonzentration in Innenräumen im Rahmen des Messprogramms bestimmt wurde.

Ein erstes Messprogramm zur Bestimmung der Radonaktivitätskonzentration in der Innenraumluft in Nordrhein-Westfalen wurde im Jahr 2019 gestartet. Es sollte einen Überblick über die Radonsituation in Nordrhein-Westfalen geben und dafür bereits vorhandene Messdaten des Bundes ergänzen. Mit der Durchführung des Messprogramms wurde die Zentrale Radonstelle NRW beauftragt. Für die Messungen wurden 317 öffentliche und 39 private Gebäude in insgesamt 245 Gemeinden stichprobenartig ausgewählt. Die Messorte waren über alle 53 Kreise und kreisfreien Städte des Bundeslandes verteilt. Die Radonaktivitätskonzentration wurde in der Regel in zwei Arbeits- oder Aufenthaltsräumen gemessen, vornehmlich im Keller- und Erdgeschoss. Die Messdauer betrug jeweils zwölf Monate. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse finden Sie hier.