Zwei Exposimeter, eine Messanleitung und ein Flyer mit Informationen zu Radon

Radon Messprogramme in NRW

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen hat Messprogramme zu Radon in der Bodenluft und in der Innenraumluft von Gebäuden in Auftrag gegeben. Ziel ist es, das Vorkommen von Radon in Nordrhein-Westfalen besser zu verstehen und mögliche Gebiete mit erhöhten Radonwerten eindeutig zu identifizieren.

Aktuelle Messprogramme

Messprogramm Innenraumluft 2021-2022

Die Ergebnisse zahlreicher Radonmessungen und geologischer Untersuchungen wurden durch das Bundesamt für Strahlenschutz in einem Rechenmodell zusammengefasst, der Radon-Prognose. Im Ergebnis zeigt die Radonprognosekarte für Nordrhein-Westfalen, dass die Wahrscheinlichkeit für Referenzwertüberschreitungen in Gebäuden überwiegend im mittleren Bereich liegt. Nur für drei Städte im Sauerland (Arnsberg, Sundern, Balve) besteht laut Prognose die Möglichkeit der Referenzwertüberschreitungen in mehr als zehn Prozent der Gebäude. In dieser Region ist das Vorkommen von hohen Radonwerten auf ein bestimmtes Gestein zurückzuführen, das nur stellenweise an der Erdoberfläche auftritt.

Um die Radon-Situation vor Ort beurteilen zu können, hatte die Zentrale Radonstelle NRW zu kostenfreien Messungen der Radonkonzentration in der Innenraumluft eingeladen. Durch die Beteiligung von fast 2.000 Haushalten am Messprogramm stehen inzwischen ausreichend Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Verfügung, um nach Abschluss der Messungen die Radon-Situation in den bekannten Gebieten mit erhöhten Radonvorkommen besser einschätzen zu können.

Messprogramm Bodenluft 2021-2022

Im Mai 2021 hat das zweite landesweite Messprogramm zur Bestimmung der Aktivitätskonzentration von Radon in der Bodenluft begonnen. Als Grundlage für die Auswahl der Messorte dienen die Ergebnisse aus dem ersten Messprogramm Bodenluft (2019-2020). Dabei wird zunächst insbesondere in den Gebieten gemessen, in denen Gesteine mit geringfügig erhöhten Urangehalten vorkommen. Diese Gesteine gelten als mögliche Quellen für Radon. Mit Ergebnissen der ersten rund 150 Messungen wird Ende 2021 gerechnet. Im darauffolgenden Jahr sind weitere 250 Messungen in ganz Nordrhein-Westfalen geplant. Damit sollen die vorhandene Datenbasis weiter validiert und die bisherigen Erkenntnisse vertieft werden. Der Geologische Dienst Nordrhein-Westfalen führt das Messprogramm Bodenluft im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen durch.

Messprogramm Gestein 2021

In Nordrhein-Westfalen wurden die höchsten Radonaktivitätskonzentrationen an Orten gemessen, wo Tonsteine mit hohen Gehalten an feinverteiltem organischen Kohlenstoff vorkommen. Als Ursache gelten geringfügig erhöhte Urangehalte in diesen Gesteinen. Da die verschiedenen Gesteine unterschiedlich viel Uran enthalten, werden insgesamt rund 70 Gesteinsproben aus Nordrhein-Westfalen auf ihren Urangehalt hin untersucht. Die Durchführung und Auswertung der Messungen erfolgt in Kooperation des Geologischen Dienstes Nordrhein-Westfalen mit dem Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen.

Abgeschlossene Messprogramme

Karte: Radonmessungen in Nordrhein-Westfalen in den Jahren 2019-2020

Im Jahr 2019 wurde das erste landesweite Messprogramm zur Bestimmung der Aktivitätskonzentration von Radon in der Bodenluft gestartet. Durch ein engeres Netz von Messstellen in Nordrhein-Westfalen sollte eine valide Datenbasis zum Vorkommen von Radon in der Bodenluft geschaffen werden. Mit den Messungen und der Auswertung wurde der Geologische Dienst Nordrhein-Westfalen beauftragt. Zu den bereits vorhandenen rund 600 Messungen aus früheren Untersuchungen des Bundes und einzelner Gemeinden wurden 302 geeignete und repräsentative Messorte neu hinzugefügt. Diese wurden gleichmäßig über die gesamte Landesfläche verteilt.

Das Messprogramm wurde 2020 abgeschlossen. Mit den neuen Messwerten ist es möglich, die vom Bundesamt für Strahlenschutz berechnete Verteilung von Radon in Nordrhein-Westfalen zu überprüfen und zukünftige Prognosen zu verbessern.

 Ein passives Radon-Exposimeter in einem Aufsteller mit demLogo der Zentralen Radonstelle. Im Hintergrund der Hinweis, dass es sich um eine Radonmesstelle handelt.

Das Messprogramm zur Bestimmung der Radonaktivitätskonzentration in der Innenraumluft in Nordrhein-Westfalen wurde im Jahr 2019 gestartet. Es soll die bereits vorhandenen Daten ergänzen. Mit der Durchführung des Messprogramms wurde das Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen beauftragt. 241 Gemeinden wurden, über alle 53 Kreise und kreisfreien Städte des Bundeslandes verteilt, als Messorte ausgewählt. In insgesamt 314 öffentlichen und 25 privaten Gebäuden wurden Radon-Exposimeter in Arbeits- und Aufenthaltsräumen im Keller- und Erdgeschoss aufgestellt. Die Messdauer an jedem Standort beträgt zwölf Monate. Mit ersten Ergebnissen wird im Frühjahr 2021 gerechnet.